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Wolfgang Bleier

Die Arbeitskräfte

113 Seiten
12,5 x 19. brosch.
15,90 €
ISBN 978-3-902665-32-4

 

 

 

 

 

 

Wolfgang Bleier über sein neues Buch:

„Erste Notizen, Skizzen etc. der Arbeitskräfte stammen aus meiner Zeit als Hilfsschlosser in Walzenhausen, das ist im Appenzell in der Ostschweiz. Damals ist noch kein PC in den Büros gestanden, das war Ende der Achtziger, Anfang der Neunziger Jahre.

In den Arbeitskräften wird ständig etwas zerschnitten, inhaltlich wie formal. Und es ist kein Text, der sich allein mit der Arbeitswelt beschäftigt, sondern es geht darin ums Ganze.

Begonnen habe ich den Text unter Beeinflussung Andreas Okopenkos, besonders durch die kurze Form, wie er sie in den „Meteoriten“ pflegte, und deren Entdeckung mich als Schriftsteller unglaublich erleichterte.

Ein paar Robertwalserlichkeiten habe ich in den Text hineingearbeitet. Robert Walser wanderte mit Carl Seelig überall in der Ostschweiz und auch in der Gegend von Walzenhausen herum, als er in Herisau war.

Hoffentlich sind die Arbeitskräfte ein Konzentrat geworden aus Intensität und Schönheit usw., das wäre schön.

Personen und Figuren sind in diesem Text nur angedeutet, ihre Charaktere sind nicht ausgearbeitet, sie verschwimmen, weil Arbeitskräfte meiner Ansicht nach an und für sich keine Personen sind. (Grundsätzlich möchte ich sagen: Über andere genau Auskunft geben zu können, halte ich so und so für eine Anmaßung).

Im besten Fall ist der Text ein geschmeidiger Teig geworden, ich habe einige hundert Sätze hineingeknetet. Auch die Montage ist wichtig. Auch bei den Arbeitskräften versuchte ich an der Sprache zu arbeiten, bei der Sprache zu bleiben. Man kann sich, ich kann mich beinahe über jedes Wort wundern. ― Etwas Wunderliches kann etwas Erfreuliches sein. Manchmal fürchte ich mich vor den eigenen Sätzen.

Einen fertigen Gedanken kann man nicht weiterdenken; ein poetisches System ― wie ich es verstehe ― ist das Gegenteil eines fertigen Gedankens. In diesem Sinne habe ich an den Arbeitskräften gearbeitet. Das Narrative kann sich bei mir nicht durchsetzen.