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Adelheid Dahimene, Blitzrosa Glamour
 

Adelheid Dahimène

Blitzrosa Glamour

Gedichte

88 Seiten. 12,5x19 brosch.
Euro 14,90
März 2009
ISBN 978-3-902665-09-6

 

 

 

 

 

 

Kenn mich nicht aus früh
oder spät sind alle Kinder im
Suchbild verschwunden eins
sitzt hinterm Busch eins
schläft unter Brücken eins
fliegt mit den Vögeln das Haus
gibt keine Wärme mehr vom
Kreuzen der Fehler bläut ein
Riss durch die Nabelschnur
Hui pfeift der Wind mir den
Walfischbauch lee
r

„Eine Person, Veranstaltung oder ein Kleidungsstück kann glamourös sein“, macht uns „Wikipedia“ glauben. Wie verhält es sich aber mit dem „glamourösen“ Potential von Gedichten – und ist eine solche Frage überhaupt zulässig? – Bei einer Autorin wie Adelheid Dahimène, die Trennlinien einer Literatur für Erwachsene, Jugendliche oder Kinder entschieden leugnet, darf vermutet werden, dass mit dem Glamour nicht nur Prunk und Pomp, sondern, im ursprünglichen Sinn, Geisterbeschwörung Einzug hält ins Gedicht. – „Blitzrosa Glamour“ mixt Redewendungen und Ausdrucksweisen zu einem Cocktail überraschender Kombinationen von Vertrautem und Unbekanntem.

Ein wenig als ob die Härte
verschwunden aus Brettern
und Häuten mehr Schotter
und Sand beflüstert vom
Mischlaut der Trommel im
Ohr Schwungrad und Weißes
von einer Taube Federn mit
Fleisch an den Spitzen der
Kiele Reste als ob Festländer
gingen auf Himmelfahrt und
Atome den Tisch und das Bett
aus ihren Hemdsärmeln drehten


Ein kühner Schnitt, dann das Gedicht selbst. Und in diesem Sinn eben wirklich Gedicht: stellt alles auf den Kopf und erlaubt dem Rest, die Lesenden zu überraschen, aus der Spur zu fallen: „was war jetzt eigentlich los“ zu fragen … (aus der Laudatio von Christine Huber zum Feldkircher Lyrikpreis 2006 für Adelheid Dahimène)

 

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