Rimbauds Kantine
Prosagedicht
120 S., 12,5x19 brosch.
Euro 15,90
März 2009
ISBN 978-3-902665-08-9
Euro 15,90
März 2009
ISBN 978-3-902665-08-9
Eines Morgens bin ich aufgewacht und habe ein Feuer entfacht und habe nur mehr an Afrika gedacht und habe über Frankreich gelacht und habe mich aus dem Staub gemacht und habe den Rauch aus den Nüstern der Pferde nicht mehr aufsteigen sehen und habe die Äpfel ins nasse Gras nicht mehr fallen gehört zu meinen Füßen als Gedicht denn alles hat mich verstört und ich habe die Sprache beschwört wie die Sonne am Himmel, den Mond und mein Zimmer, doch plötzlich war ich stumm wie ein Fisch, doch plötzlich war ich der stumme Tisch an dem ich jetzt schreibe das Wort allein …
Das Traumtagebuch eines todkranken Dichters – durch sein Hirn irrlichtern Fragmente eines imaginären Journals. Die Geschichte ist bekannt: Rimbaud, in den Ardennen geboren, streunt durch Europa, lernt in Paris Verlaine kennen, gemeinsam gehen sie nach London, Rimbaud reist weiter nach Afrika, will mit Dichtung nichts mehr zu tun haben, lässt sich umschulen auf Großhändler, Waffen und Elfenbein …
Peter Enzingers Reiseführer in die „Papierrepublik Kopffinster“ kreuzt Rimbauds letzten Weg zurück nach Europa spielerisch mit den Spuren verschiedener „Diebe des Feuers“: Lorca, Brinkmann, Pasolini, Malaparte, Shelley, Keats, Hölderlin … Verhandelt wird in der Kantine der klischeebeladene Mythos vom poète maudit, der früh zu schreiben aufhört oder verstummt, da alles gesagt scheint. Enzinger rückt dem „Sprachgefängnis“ im „Metafernsumpf“ zwischen Verstummen, Wahnsinn, Ichauflösung, Sprachzweifel, Sucht usw. seinerseits mit dem Rüstzeug traditioneller wie aktueller poetischer Verfahren (Cut-ups, Reihungen, Reimen, Assonanzen, Alliterationen etc.) auf den Sprachleib.
Rimbaud, wir spielen toter Mann, wir spielen Henne und Hahn, wir spielen Schiff und Kapitän, wir spielen Untergehen. Wir spielen Hase und Angst, wir spielen toter Mann, wir spielen tote Frau, wir spielen falsche Sau, wir spielen Blümchen und Blau. Wir spielen solange wir noch können, wir spielen solange wir noch dürfen, wir spielen solange wir noch müssen. Wir spielen Büßer und Hemd, wir spielen Füße und Hände, wir spielen abendblau und morgenrot, wir spielen Küste und Wüste, wir spielen Liebe und Hass, wir spielen auf Leben und Tod.
Das Traumtagebuch eines todkranken Dichters – durch sein Hirn irrlichtern Fragmente eines imaginären Journals. Die Geschichte ist bekannt: Rimbaud, in den Ardennen geboren, streunt durch Europa, lernt in Paris Verlaine kennen, gemeinsam gehen sie nach London, Rimbaud reist weiter nach Afrika, will mit Dichtung nichts mehr zu tun haben, lässt sich umschulen auf Großhändler, Waffen und Elfenbein …
Peter Enzingers Reiseführer in die „Papierrepublik Kopffinster“ kreuzt Rimbauds letzten Weg zurück nach Europa spielerisch mit den Spuren verschiedener „Diebe des Feuers“: Lorca, Brinkmann, Pasolini, Malaparte, Shelley, Keats, Hölderlin … Verhandelt wird in der Kantine der klischeebeladene Mythos vom poète maudit, der früh zu schreiben aufhört oder verstummt, da alles gesagt scheint. Enzinger rückt dem „Sprachgefängnis“ im „Metafernsumpf“ zwischen Verstummen, Wahnsinn, Ichauflösung, Sprachzweifel, Sucht usw. seinerseits mit dem Rüstzeug traditioneller wie aktueller poetischer Verfahren (Cut-ups, Reihungen, Reimen, Assonanzen, Alliterationen etc.) auf den Sprachleib.
Rimbaud, wir spielen toter Mann, wir spielen Henne und Hahn, wir spielen Schiff und Kapitän, wir spielen Untergehen. Wir spielen Hase und Angst, wir spielen toter Mann, wir spielen tote Frau, wir spielen falsche Sau, wir spielen Blümchen und Blau. Wir spielen solange wir noch können, wir spielen solange wir noch dürfen, wir spielen solange wir noch müssen. Wir spielen Büßer und Hemd, wir spielen Füße und Hände, wir spielen abendblau und morgenrot, wir spielen Küste und Wüste, wir spielen Liebe und Hass, wir spielen auf Leben und Tod.
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