Verloren gehen
Erzählungen
168 Seiten. 12,5x19. brosch.
Euro 17,90
September 2008
ISBN 978-3-902665-00-3
Euro 17,90
September 2008
ISBN 978-3-902665-00-3
In Claudia Bitters Erzählungen fallen Menschen aus dem Rahmen, ticken anders als sie eigentlich funktionieren sollten und verstricken sich zwischen Arbeit, Produktion und Alltag. Die dreizehn Geschichten sind aktuell, indem sie zwei große Fragenkomplexe unserer Gegenwart konsequent fiktionalisieren. Einerseits die „Verheißungen“ der Biopolitik (Manipulation unseres Verhaltens, Disziplinierung der Gesellschaft, Überschreiten von Grenzen, Steuerung des Humankapitals), andererseits verschiedene Formen der Exklusion: Ausgrenzung aus der Gesellschaft und Ausschluss vom gewohnten sozialen Sicherheitsnetz.
Hinter dem „Schlimmen“, das in allen Texten lauert, verbirgt sich im Kern eine Utopie, die zwischen „Glück“ und Untergang oszilliert. Bitter schreibt spannend-böse Geschichten über die Tücken des Alltags und die Verstrickungen des Einzelnen in die „Luftmaschen“ hierarchischer Ordnungen und Neurosen.
Leseprobe
Worte wählen, die nicht nach Kakaohaut riechen, und es sich gefallen lassen, mit den Fusseln im Kopf zu leben. Die Augen schließen, indem man gleichzeitig das Licht abdreht. Und Blätter weinen, bis der Himmel grün ist und die Fusseln ruhig werden. Es bloß nicht mit der Angst zu tun kriegen, es sich bloß nicht mit ihr anlegen.
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